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Obstbaum/ Streuobstwiese

Obstbaum/ Streuobstwiese
Obstbaumschnitt!







Der Schnitt dient dem Herausarbeiten der potentiellen oder vorhandenen Baumgestalt in einer Lebensphase, um den Ertrag und die Fruchtqualität zu verbessern.
Es gibt viele Ansichten zum Schnitt der Obstbäume, sie sind widersprüchlich und zum Teil gegensätzlich.

Dabei ist der Schnitt eigentlich relativ einfach, wenn einige Grundsätze berücksichtigt werden.

Die Wahl der Schnittziele und -methoden hängt von 3 Faktoren ab                                         

• den eigenen Zielen – welche Funktion soll der Baum haben?
• der Wuchsform und der Unterlage
• dem Baumalter

Gut ist es außerdem, wenn man weiß, wie der Baum auf Schnitteingriffe reagiert.

Eigene Ziele:

Welche der möglichen Varianten des Obstbaumes soll es sein: ein Kletterbaum, ein Hausbaum oder doch lieber ein reiner Ertragsbaum? Für die meisten Obstliebhaber gilt, dass sie gute und arttypisch große Äpfel haben wollen. Dann ist es sinnvoll einen Baum mit einer lockeren luft- und lichtdurchlässigen Krone zu haben.
Wenn es dazu noch ein schöner Baum sein soll, dann kommt nur ein extensiver Schnitt in Frage, der die vorhandene Wuchsform herausarbeitet.

Wuchsformen eines Obstbaumes:

• Durchgehender Leittrieb
• Hohlkrone aus gleichberechtigten Stämmlingen
  Wachstum des Baumes
• Innerhalb des Baumes herrscht Konkurrenz zwischen den Ästen
• Kennzeichen der Konkurrenz
  •  Nach einem Ast- oder Zweigabgang ist der Stamm oder die Verzweigung merklich dünner

Schnittziele:

1. Eigenart des Baums herausarbeiten:

 • Leittrieb oder
 • Hohlkrone
 2. Beseitigung der Konkurrenztriebe um ein
 • gleichmäßiges lockeres Kronengerüst mit Leittrieb oder Hohlkrone herauszuarbeiten mit
 • eindeutigen, untergeordneten Ästen (Fruchtetagen) mit näherungsweise waagerechtem   Astwinkel und
• viel Licht im inneren der Krone

Dazu sollten:
 • alle nach innen wachsenden Äste oder Zweige entfernt werden
 • alle Äste und Zweigen frei stehen ohne sich gegenseitig zu berühren
 • alle Äste gleichgewichtig Schnitt rund um den Baum geschnitten werden
3. Baumalter
 • Pflanzschnitt (Jungbaum)
  •  scharfer Schnitt (70% des Triebes entfernen)bewirkt die Entwicklung von wenigen Neutrieben, die später Leitäste werden können, außerdem wächst der Baum besser an.
• Erziehungsschnitt zur Entwicklung von Fruchtetagen (Jungbaum)
o kurzer Schnitt (10% des Triebes abschneiden), damit sich viele kurze Neutrieb entwickeln
• Auslichtungsschnitt (Ertragsbaum)
• Verjüngungsschnitt (alter oder vergreister Baum)







Schnittgesetze:

1.)
Je stärker der Rückschnitt, desto stärker ist die Reaktion/ das Wachstum/ der Zuwachs des Baumes (allgem. der Pflanze).
Soll also viel Zuwachs erreicht werden, muss viel (rigoroser) zurückgeschnitten werden.

2.)
Blütenknospenbildung/ -wachstum (=Fruchtansatz) und vegetatives Triebwachstum konkurieren direkt miteinander/ stehen in umgekehrt proportionalem Verhältnis zueinander.

3.)
Je steiler ein Trieb, desto mehr wächst er und desto weniger Blüten und somit Früchte trägt er.
Je flacher ein Trieb, desto weniger stark wächst er und desto mehr Früchte trägt er..

4.) (gilt vot allem für Steinobst= Kirsche und Zwetschken)
Wenn der Seitentrieb eines Seitentriebes (=übegeordnetes Element) stärker ist als 60% der Dicke dieses übergeordneten Seitentriebes ist, muss er entfernt werden (auf Stummel, also nicht ganz zurückschneiden, damit wieder neue schwächere Elemente entstehen können.
Sinngemäß: Wenn ein Seitentrieb stärker als 60% des Stammes ist, gilt selbiges.

Schnittmethoden
Extensiver Schnitt, vom groben zum feinen mit möglichst wenigen Schnitten
• Ableiten und umlenken auf einen Ast oder Zweig
• Anschneiden mit Umlenken auf ein Außenauge
• Erhalt der Fruchtknospen

Schnittfehler:

• Huthaken
• Verschlussmittel
• Abreißen beim Schnitt (Aufreißen der Rinde)





Materialien:

Ein Pflanzschnitt erleichtert das Anwachsen der Gehölze. Alle Sträucher und Bäume ohne Ballen oder Container werden vor der Pflanzung geschnitten. Beim Roden (Herausnehmen des Baumes aus der Anzuchtfläche) wird die Wurzelmasse geringer. Um diesen Verlust auszugleichen und die Verdunstung durch die Blätter im ersten Standjahr zu reduzieren, wird etwas mehr als die Hälfte der Kronenmasse (ca. 60 %) entfernt.

Kronenaufbau:

 Bis auf den Leittrieb und 3-4 Seitenäste, die möglichst weit auseinander stehen sollten, werden alle Zweige direkt am Stamm entfernt. Die verbliebenen Äste werden um die Hälfte eingekürzt. Dabei wird der Zweig direkt über einem nach außen zeigenden Blattauge mit einer scharfen Schere abgeschnitten. Der Leittrieb wird ungefähr um ein Drittel zurückgenommen. Dabei ist darauf zu achten, dass direkt über einem Auge geschnitten wird, das über der gedachten Stammverlängerung liegt.

Ein Wurzelschnitt ist erforderlich, wenn es einzelne Wurzeln gibt, die im Verhältnis zu den anderen Wurzeln zu lang sind, oder deren Ende ausgefranst ist, oder wenn einzelne Wurzeln verletzt sind. Ein leichtes Zurücknehmen der Hauptwurzeln erleichtert dem Baum die Neubildung von Wurzeln.


Obstbäume schneiden – Streuobst - Oeschbergschnitt:

I. Vorteilhafte Leitastführung - Häufigster Fehler!




Rechte Baumseite!

Richtig oder falsch?

Der Leitast wird jeweils auf einen Trieb nach außen abgeleitet und bleibt relativ flach. Die dominante Stammverlängerung bildet kräftige Seitentriebe, die auf Triebe nach außen angeschnitten werden und aufgrund ihrer Höhe und guten Belichtung kräftig wachsen.

Folge dieses Verfahrens:

Die ursprünglichen Leitäste werden durch neue Leitastkränze oberhalb überbaut und verkümmern wegen Licht und Saftmangel. Die schönsten Früchte hängen immer höher. Viele Ständertriebe auf den flachen Ästen bedeuten: Arbeitsbeschaffung, unruhiger Baum und schlechte Fruchtqualität.
Linke Baumseite!

Der Leitast wird relativ steil geführt und zur Kräftigung angeschnitten (Palmers Verfahren beachten, Knospen innen ausbrechen, Fruchtäste außen in ausreichendem Abstand auswählen).Vergabelungen des Leitastes werden nicht geduldet.
Zu steile und kräftige Triebe an der Stammverlängerung werden entfernt. Waagrechte, schwachwüchsige Triebe verbleiben als Fruchtäste. Dadurch vermeidet man eine Überbauung und Verkümmerung der Leitäste.

Folgen des auf der linken Seite praktizierten Verfahrens:

Die ursprünglich bestimmten Leitäste bleiben dominant und werden lediglich von der Stammverlängerung etwas überragt. Die unteren Kronenbereiche werden gut belichtet.
Die steilen und kräftigen Leitäste können an der Außenseite gut belichtete Fruchtäste tragen. Auf den steilen Leitästen wachsen kaum Ständertriebe.
Die Höhenbegrenzung wird durch Gewinnung von viel Fruchtholz erreicht (nach außen geneigte Ständer auf den Fruchtästen schonen.
Der Baum beruhigt sich, ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und bildet Früchte hoher Qualität.

II. Oeschbergschnitt - Aufbau der Oeschbergkrone:
(Dr. Hans Spreng (Schweiz) ab 1920, Helmut Palmer in Baden-Württenberg ab 1950)



Leitäste ( 2)

Sie sollen flach am Stamm ansetzen (keine Schlitzäste) und nach außen steil werden und aufgrund ihrer Höhe mit der Baumspitze mitwachsen können.

Sie sollen nicht auf gleicher Höhe ansetzen (kein Leitastquirl, da sonst die Stammverlängerung verkümmert!).

Anzahl vier (eventuell nur drei). Die Abbildung zeigt nur zwei Leitäste!

Durch jährlichen Rückschnitt nach Palmer (siehe V.) werden die Leitäste sehr stabil aufgebaut und bilden außen viele günstig stehende Fruchtäste.

Die Fruchtäste (3) sind in Abständen (80 – 150 cm) zu wählen, die eine gute Belichtung sichern.Die Fruchtäste können zur Kräftigung nach V. angeschnitten werden.

Zwischen dem Fruchtholz zweier Leitäste soll jeweils ein Zugang für eine Leiter bleiben.

An der Oberseite (Innenseite) der Leitäste sollte schwächeres Fruchtholz ( 6) erhalten werden, da die Leitäste bei Vollertrag zu weit absinken können und über Ständertriebe an Ihrer Oberseite neu steilere Verlängerungen aufgebaut werden müssen. Außerdem schützt dieses Fruchtholz gegen Sonnenbrand an der Rinde.
Stammverlängerung (1)

Sie soll durch reichlich schwächer wachsendes Fruchtholz (4) so viel Blattmasse besitzen, dass sie gegenüber den Leitästen dominant bleibt.

Entwickeln sich Fruchtäste an der Stammverlängerung zu steil wachsenden Leitastkonkurrenten sollten diese Triebe an der Stammverlängerung entfernt werden. Flache Austriebe am verbleibenden Astring können zur Fruchtholzerneuerung genutzt werden. Schwächere Ständertriebe zur Beruhigung am Fruchtholz belassen.


III. Mehrstöcker – häufiges Ergebnis falscher Schnittstrategie




Nachteile dieser Obstbaumform:

- die unteren Äste verkahlen wegen Lichtmangel
- qualitativ vollwertiges Obst wird nur noch im oberen und äußeren Kronenbereich gebildet
- viele Ständertriebe auf den flachen Ästen, das bedeutet: viel Arbeit beim Schneiden
- ungünstige Statik, Fruchtlast am langen Hebel, Stützen notwendig, Bruchgefahr
Mögliche Korrekturen über mehrere Jahre verteilen

dabei größere Wunden (mehr als 8cm Durchmesser) an Leitästen und Stammverlängerung vermeiden, Schattierungstriebe an den Astoberseiten belassen und dadurch Rindenschäden verhindern, notfalls Ständertriebe durch Herunterbinden zu Fruchtholz und Schattenspendern umstimmen.

Prinzipielles Vorgehen:

1. Schattendach auflockern:

Abgetragenes Fruchtholz an der Unterseite des Schattendaches entfernen, einzelne Äste der oberen Etagen ganz herausnehmen, andere einkürzen und auf flache Triebe ableiten.
Folge: Die Oberseite des unteren Astkranzes erhält wieder mehr Licht und bildet vitale Ständertriebe.

2. Auf dem unteren Astkranz statisch günstig stehende Ständertriebe für zukünftige steilere Leitastverlängerung auswählen und durch Binden formieren.
Diese “neuen“ Achsen müssen stabil aufgebaut werden, d. h. jedes Jahr kräftiger Rückschnitt und Leitastführung nach Palmer.
An der Außenseite dieser neuen Leitastverlängerung Fruchtäste und Fruchtholz induzieren und pflegen.

Langfristiges Ziel:

Steile kräftige Leitäste mit passenden Fruchtästen an der Außenseite. Stammverlängerung spindelförmig mit schwach wachsenden Fruchtästen. Baum durch Vermehrung des Fruchtholzes beruhigen.
IV. Ziel: Der „ruhige“ Baum

Bildet ein Baum im Ertragsstadium (durch den Winterschnitt verstärkt) viele häufig senkrechte Ständertriebe und relativ wenig schwach wachsendes Fruchtholz mit Blütenknospen, so fließt die Energie des Baumes überwiegend in die Holzproduktion und kaum in die Blüten- und Fruchtbildung.

Folge: Der Baum bringt kaum Ertrag und erfordert viel Schnittaufwand.

Wie kann dieser unerwünschte Zustand überwunden werden?
Sicher nicht, indem, wie vielfach zu beobachten, jedes Jahr wieder alle Jungtriebe entfernt werden und nur überaltertes Fruchtholz verbleibt.

Was hilft wirklich?

Das Kronenvolumen  sollte durch Verlängerung der Mitte, der Leitäste und der Fruchtäste vergrößert werden. Diese Verlängerungen müssen durch Rückschnitt kräftig aufgebaut werden. Die Bildung weiterer Fruchtäste kann durch ausknipsen innerer Knospen induziert werden.
Das fruchtende Holz vermehrt sich rasch, wenn man senkrechte und leicht nach außen geneigte Ständertriebe auf den Fruchtästen belässt. Diese blühen im Folgejahr und werden aufgrund der Fruchtlast nach unten gezogen. Nur zu dichte und nach innen geneigte Ständertriebe werden entfernt.
Ansonsten den Baum weitgehend seiner natürlichen Entwicklung überlassen, also nicht mehr Schnippeln sondern, wenn notwendig, Äste die ein Schattendach bilden, als Ganzes absägen.

Endergebnis dieser Maßnahmen:

Der Wuchs des Baumes beruhigt sich. Er bildet viele Kurztriebe mit Blütenknospen und nur wenige Langtriebe mit Blattknospen. Bei einem ruhigen Baum ist der Schnittaufwand stark verringert.
Ruhige Bäume sind schorfresistenter und leiden weniger unter strengem Winterfrost(Lucas’: Anleitung zum Obstbau).
Natürlich muss auch am ruhigen Baum abgetragenes und unterständiges, schwach belichtetes Fruchtholz entfernt werden, so dass durch Bildung von Jungtrieben eine ausreichende Erneuerung des Fruchtholzes erfolgt.
Immer wieder müssen zu starke Äste an der Stammverlängerung entfernt werden, so dass eine Überbauung und damit Verschattung der unteren Kronenteile verhindert wird. Schwachwachsende Äste sollen an der Stammverlängerung eine Spindel zwischen den Leitästen bilden.

V. Führung der Leitäste (bzw. begleitender Fruchtäste)

    

Meist üblich:

Der Leitast (oder begleitende Fruchtast) wird auf Knospe nach
außen geschnitten. Knospen werden nicht ausgebrochen. Reaktion(siehe rechte Abb.):
1. Kräftige Austriebe der Innenknospen, die alle entfernt werden müssen.
2. Schwacher Austrieb der Außenknospen, so dass Fruchtäste fehlen.

Ergebnis: Holzproduktion, unruhiger Baum, wenig Fruchtholz, ...





Vorteilhaft:

Der Leitast (bzw. begleitende Fruchtast) wird auf eine Innenknospe über einer passenden Außenknospe geschnitten. Innen- und Seitenknospen unterhalb werden ausgeknipst (Rinde nicht verletzen). Reaktion siehe rechte Abbildung:
Durch den obersten Trieb aus der Innenknospe wird der zweite Trieb nach außen gedrängt. 
Fehlende Innenknospen bewirken Saftdruck nach außen, so dass außen Fruchttriebe entstehen. Nur der obere Trieb wird im Winter abgeschnitten, der zweite Trieb wird angeschnitten.

VI. Obstbaum im Ertragsstadium (Streuobst), nur 2 Leitäste gezeichnet




1. Laufende Erneuerung des Fruchtholzes durch junge Ständertriebe an der Oberseite(mit leichter Neigung nach außen), die sich bei Fruchtbehang im Folgejahr bogenförmig nach unten neigen. Alte Fruchtbögen an der schattigen Unterseite werden entfernt.

2. Durch Fruchtlast abgebogene Leitäste werden über passende Ständertriebe, die entsprechend formiert (abbinden) und angeschnitten werden (innere Knospen ausbrechen nicht vergessen), wieder steil und durch kräftigen Rückschnitt stabilisiert nach oben gezogen.

3. Möglichst viele schwache Fruchttriebe an der Stammverlängerung erhalten.

Steile, starkwüchsige Seitentriebe aus der Stammverlängerung, die sich zu einem Schattendach über den Leitästen entwickeln, sind auf Astring zu entfernen. Von den im Folgejahr am Astring entstehenden Austrieben wird ein flach stehender Austrieb für die Fruchtholzerneuerung verwendet.

Gute Belichtung aller Blätter ergibt qualitativ hochwertigen Ertrag!

Die folgenden Bilder zeigen das Bemühen Apfelbäume nach der Oeschbergmethode zu erziehen:




Achtjährige Oeschbergkrone eines Apfelbaumes im Außenbereich des Lehrgartens vom OGV Mössingen. Leitäste müssen noch angeschnitten werden.



Jakob Fischer auf Oeschbergkrone umgestellt. Stammverlängerung als Spindel, Leitäste über Ständertriebe zu schwach aufgerichtet.



Zehnjährige Oeschbergkrone im Außenbereich des Lehrgartens unter Vollbehang






 
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