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Fruchtholz

Obstbaum/ Streuobstwiese


Fruchtholz:

Mit Fruchtholz sind die kurzen Triebe an Obst- und Wildgehölzen gemeint, an denen die Pflanzen Blüten und Früchte ausbilden. Diese, meist an waagerecht stehenden Zweigen wachsenden, kurzen Triebe, auch Fruchtspieße genannt, werden in der Regel erst von älteren Gehölzen gebildet. Ein junger Baum versucht zunächst ein starkes Kronengerüst aufzubauen. Ist die Krone kräftig genug um Früchte zu tragen, dann werden Blütenknospen gebildet.

Der Mensch hat einige Maßnahmen entwickelt, um die Bildung des Fruchtholzes zu forcieren. So bewirkt ein beispielsweise Herunterbinden der Jungtriebe in die Wagerechte, eine frühe Blütenbildung. Auch die Wahl der Unterlage wirkt entscheidend auf den Zeitpunkt der Blühfähigkeit ein. Je stärker die Unterlage den Wuchs mindert, desto früher setzt die Blüte ein. Der Zeitpunkt der Blühfähigkeit ist immer auch sortenabhängig. Siehe auch Rotation des Fruchtholzes 
Maßnahmen wie das Herunterbinden werden in Fachreisen unterschiedlich/ kontrovers gesehen bzw. bewertet und unterliegen sehr oft auch den regional üblicchen, von Gebiet zu Gebiet ganz unterschiedlichen (traditionellen) fachlichen Auffassungen bzgl des "richtigen" Baumschnitts.

Fruchtholz verjüngen:

Ein wichtiges Ziel des Obstbaumschnittes ist es, das Fruchtholz ständig zu verjüngen. Als Fruchtholz bezeichnet man Triebe mit Blütenknospen, die man gut daran erkennen kann, dass sie in der Regel dicker und rundlicher als Blattknospen sind.
An Apfelbäumen ist das Fruchtholz oft kurz an sogenannten Fruchtspießen, während es an Birnen häufig länger ist. Man spricht in diesem Zusammenhang von Fruchtruten.
In der Regel bilden nur die Triebe Blütenknospen, die waagerecht oder stark geneigt wachsen. Steil nach oben wachsende Zweige bilden stärkere Blattknospen aus, weshalb sie bei Jungbäumen häufig heruntergebogen und so zum Ertrag gezwungen werden.

Als Folge des sich entwickelnden Fruchtansatzes werden die Äste dann durch das Gewicht nach unten gezogen. An dem Punkt, wo sich der Zweig nach unten neigt, wächst neues Fruchtholz an sogenannten Reitern darüber und bildet ein Schattendach. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Rotation des Fruchtholzes. Lange nicht beschnittene Obstbäume weisen so mehrere Lagen von Fruchtholz übereinander auf.
Durch jährliches Ableiten auf junges Holz vermeidet man zu viel und schattiges Fruchtholz und verjüngt es kontinuierlich. Die Folge ist zwar ein mengenmäßig geringerer Ertrag von allerdings größeren, völlig ausgereiften Früchten, während ohne Schnitt viele kleine, eher saure Früchte die Ernte bilden würden.


 
 
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